BILD: Die zweite Explosion Artikel von Hannes Oberlindober, 16. September 2001

Die zweite Explosion

» Die Trauer um die Opfer der Anschläge auf das WTC, das Pentagon und das US-Außenministerium, das Entsetzen ob der Ungeheuerlichkeit dieser Taten sind mit Sicherheit seitens der Attentäter und ihrer Hinterleute einkalkulierte Reaktionen. Die Attentate haben zwei Ebenen - die Zerstörung von aus Sicht der Attentäter symbolischen Stätten, die aufgrund ihrer überragenden Größe (WTC), ihrer prägnanten Form (Pentagon), ihrer repräsentativen Bedeutung (Außenministerium) in die Weltöffentlichkeit hinein exponiert sind ist nur die erste Ebene. Aus der Perspektive Andersgläubiger, die weder unsere Marktgläubigkeit teilen, noch den "American Dream" träumen, handelt es sich bei den imposanten und repräsentativen Baustätten möglicherweise um Kultstätten heidnischen Glaubens; vergleichbar den kürzlich von den Taliban zerstörten Buddha-Figuren. Grundsätzlich richtet sich der Hass unterschiedlichster Gruppierungen auf die Substituierung ideeller und religiöser Werte durch eine Metaphysik der Ökonomie, in der die jeweiligen Götter und der heilige Glaube geketzert werden durch die Huldigung eines Götzen und seiner satanischen Verführungskünste, die die Menschen einer dekadenten Gesellschaft zum Verfallenlassen sämtlicher sittlicher und heologischer Werte veranlassen. Dieser Götze - der freie Markt, dessen "unsichtbare Hand" weltweit regieren soll - und seine Jünger, die Konsum-Hedonisten, denen alles Übel und alle Ungerechtigkeiten der Welt recht sind, wenn es ihren Spaß und ihre Ausschweifungen nicht stört, sind verachtenswert, lebensunwert. In dieser grundsätzlichen Prämisse sind sich Gruppierungen einig, die eigentlich politisch wenig miteinander zu schaffen haben, aber das gemeinsame Interesse der Zerstörung derartiger symbolischer Stätten ebenso teilen, wie eine radikal antikapitalistische Haltung, die in der zionistischen Verschwörung von Hochfinanz und amerikanischer, politischer Hegemonie das globale Grundübel erblicken.

Dementsprechend wahrscheinlich ist es, dass die Attentate von einem internationalen Netzwerk unterschiedlicher Interessengruppen geplant wurde. Es ist die Natur von Netzwerken, projektgebunden zu arbeiten, wobei die Interessen der Netzwerkpartner am Projekt unterschiedlicher Natur sein können. Solche Partnerschaften sind nicht durch ideologische Übereinstimmung, sondern durch Pragmatismus gekennzeichnet. Die Geschichte kennt solche strategischen Pakte auch unter Verfeindeten durchaus (etwa den Hitler-Stalin-Pakt). Denkbar ist etwa eine Allianz rechtsextremistischer "White Aryans" in den USA mit radikalen moslemischen Gruppen, deren verbindendes Element das Interesse an einem Klima des Terrors und der Verunsicherung unter Vernichtung und Bedrohung derart symbolischer Einrichtungen ist. Da treffen sich die Interessen radikaler Verfechter eines weißen Amerikas, das statt dem Welthandel eine geschlossene Volkswirtschaft will mit den Interessen extremer Islamisten, für die der Djihad gegen die ketzerische und satanische Allianz Israels und der USA nur im Märtyrertum (sprich Selbstmordattentat) enden kann.

Wenn dem so ist, kann es keine dümmere Aktion geben, als den militärischen Angriff auf eine vermutete, zentrale Figur oder einen Schurkenstaat. Netzwerke sind dezentral angelegt, gerade weil das Zerreißen eines Netzes erheblich schwieriger ist, als einer Schlange den Kopf abzuschlagen. Leider lassen die ersten, reflexhaften Äußerungen nicht nur von Repräsentanten der US-amerikanischen Politik vermuten, dass das alttestamentarische Prinzip "Auge um Auge, Zahn um Zahn" dominieren wird. Dabei ist offenkundig, dass die Attentäter nur auf vorschnelle Racheakte hoffen, mit denen sich die Angegriffenen auf die selbe Ebene der Grausamkeit begeben und der Logik der Eskalation folgend so nach und nach an moralischer Legitimität einbüssen.

Wichtiger und richtiger als Rache ist die Recherche der Motive und Logistik der Anschläge. Schon jetzt scheint klar, dass alle Register gezogen wurden, deren Beherrschung in einer informell vernetzten, globalisierten Welt über den Erfolg von Unternehmungen entscheiden: das Knüpfen von diskreten Netzwerken, dezentrale Organisation, professioneller Umgang mit Telekommunikation, professionelles Wissensmanagement, perfekte Logistik. Hier handelt es sich um globalisierten Terror, der ohne die technischen Möglichkeiten einer vernetzten Welt mit raschen Transportwegen für Material und Informationen kaum möglich gewesen wäre. Es ist davon auszugehen, dass ein konspiratives Netzwerk dieser Professionalität auch alle Möglichkeiten der Desinformation genutzt hat. Finten in Form tausender Androhungen von Attentaten, die von den eigentlichen Plänen ablenken, falsche Identitäten, zahlreiche Chiffrierungen der eigenen (Tele)Kommunikation müssen Voraussetzung dafür gewesen sein, dass weder CIA noch NSA von der Planung der Attentate wussten - möglicherweise war Insiderwissen etwa um die Handlungsmöglichkeiten bezüglich einer Luftabwehr auch nicht ohne Korruption und ohne Überläufer möglich.

Die Botschaft auf der unmittelbaren, symbolischen Ebene ist überdeutlich: die Attentäter teilen mit, dass es ihnen mit einfachsten Mitteln (sozusagen im Flug unter der Radarkontrolle) möglich ist, die symbolischen und strategischen Zentren der "einzig verbliebenen Supermacht" zu treffen, sie teilen mit, dass es ihnen möglich ist, die gewählten Repräsentanten jederzeit zu treffen (das Außenministerium liegt nur 5 Blocks vom Weißen Haus entfernt), sie teilen mit, dass Ihnen Menschenleben in Aufrechnung gegen ihre "höheren Werte" nichts bedeuten, weder das eigene, noch das der Opfer, sie machen die Hybris einer weltraumbasierten Raketenabwehr zu Abwehr äußerer Feinde lächerlich, indem sie die USA von innen infiltrieren, sie teilen mit, dass alle Fiktionen von Katastrophen, die uns unterhalten, von der Wirklichkeit, die sie schaffen übertroffen werden.


Diese "Botschaft" leitet über auf die zweite Ebene des Attentats.

Der eigentliche Zweck des Attentates scheint mir die zweite Explosion in den elektronischen Massenmedien zu sein. Wie auch immer es sich erklären lässt, dass die Attentäter agieren konnten, ohne dass CIA und NSA davon Wind bekamen (professionelle Desinformation, massenhafte fingierte Ankündigungen von Attentaten, die eine genaue, zeitnahe Überprüfung der einzelnen Fälle unmöglich machte, Bestechung von Insidern bei der Luftabwehr und den Geheimdiensten), so entsetzlich wie die Attentate selber waren, so erschreckend ist das professionelle Kalkül der Intensität der weltweiten Wirkung des "Spektakels". Die Grausamkeit im Zeitalter der medialen Reproduzierbarkeit musste immens sein, um weltweit ein Publikum zu erreichen. Dabei kann regelrecht der Eindruck entstehen, man habe sich bei dieser Inszenierung von Filmen der Populärkultur wie "Independence Day", "Alarmstufe Rot II" inspirieren lassen und diese massenkonsumierten Fiktionen einer Bedrohung der sich um die USA gruppierenden "freien Welt" als Blaupause einer massenmedial wirksamen Inszenierung benutzt; Rückgriff also auf bewährte Muster, die Schaulust provozieren. Es ging um eine Inszenierung, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt und unabsehbare soziale und psychologische Folgeerscheinungen hat, die sich über die "magischen Kanäle" ausbreiten wie die Druckwelle eines Sprengsatzes und die langfristig wirken wie ein radioaktiver Fallout. Bezeichnenderweise führte ein "Bekenner" (es steht zu vermuten, dass es kein Bekenntnis der eigentlichen Urheber geben wird, weil die Ungreifbarkeit der Quelle des Terrors den Schrecken erhöht) als Grund "Rache für die Toten von Hiroshima" an: es mag tatsächlich so sein, dass für die Attentäter ihr Tun ebenso "legitim" war, wie der Abwurf der A-Bomben auf Hiroshima und Nagasaki (auch ein Schlag gegen Zivilbevölkerung, gerechtfertigt durch übergeordnete Ziele), vor allem aber geht es ihnen um eine durch die Massenmedien gesicherte Nachhaltigkeit der Effekte von Verunsicherung, Angst, Bedrohung, die sich in der permanenten medialen Rückkoppelung aufschaukeln. In Folge dieser Inszenierung sollen die Betrachter den Spaß an ihrem von Inszenierungen, Filmen, Schauspielen bestimmten Konsumentendasein verlieren, diese Inszenierung soll das Spiel verderben. Sie soll nicht mehr durch Fiktionen getoppt werden können, so dass der Reiz an Produktion und Konsumption der gottlosen Exponate unserer durch Massenmedien bestimmten Unkultur verloren geht - und zwar langfristig. Wie jeder Terror - ob derjenige der französischen Revolution oder der der RAF - ist auch dieser Terror didaktisch: es geht um nachhaltige Erschütterung durch ein Medienereignis, dass so rahmensprengend ist, das kein Gewöhnungs- und Abstumpfungseffekt eintritt, dafür aber ein globales Klima der Angst und Bedrohung herrscht, in dem permanent Eskalationen drohen und radikale Restrukturierungen globaler sozialer Zusammenhänge möglich scheinen. Die Adressaten sollen Angst haben, wenn Sie Flugreisen betreten, Angst haben, wenn sie sich in Hochhäusern oder an Orten öffentlicher Versammlungen aufhalten.

Doch so einfach werden wir nicht zu erschüttern sein: die Champions-League-Spiele wurden anstandslos übertragen, ein Grossteil unserer Sorge galt auch nach diesem Ereignis Aktienkursen, die Kneipen in meiner Stadt waren so ausgelassen und gut gefüllt wie selten, im Radio werden direkt nach der Berichterstattung Werbespots für Flüge nach Teneriffa eingespielt.

Trotzdem haben zumindest bei mir die Attentäter eins ihrer mutmaßlichen Ziele erreicht. Das Bild der sich aus dem WTC stürzenden Menschen und besonders das Bild einer Person, die hoch oben etwa im 80 Stock sich aus einem Fenster lehnt und kurz vor dem Einsturz des Turms ein weißes Laken schwenkt, um auf sich aufmerksam zu machen, wird mich nie mehr loslassen. Bei allen notwendigen Versuchen zu verstehen (nur so kommt man den Drahtzieher auf die Schliche und den Umständen, die ihnen auch noch Sympathien einbringen) - letztlich bleibt die kalte Wut über die Arroganz, mit der Menschen anderen Menschen das Leben nehmen. Hier gäbe es freilich auch für die "zivilisierte Welt" einiges zu überdenken - wo ist die moralische Legitimität unseres Handel(n)s, wenn Unternehmen auch nur erwägen, gegen die Entwicklung und den Absatz von preiswerten Generika zur HIV-Bekämpfung Klagen einzureichen? Die globale (und auch regionale) Spreizung der Lebensverhältnisse, die wir zulassen, ist nicht nur unvertretbar, sie schafft den Nährboden für radikale Massnahmen derer, "die nichts zu verlieren haben" und für ihre Bereitschaft zur Selbstaufgabe mit dem Heldenstatus und ihrer materiellen Versorgung bis zu ihrem Märtyrertod belohnt werden.

Das rechtfertigt kein Attentat, aber das Entsetzen über den "Irrsinn" dieser Attentate darf auch nicht dazu führen, dass darüber anderer, hausgemachter Irrsinn wie zum Beispiel der Rückzug der amerikanischen Politik aus dem Nahen Osten, das kleinliche Gezerre um globale Umweltstandards und die elenden Lebens- und Arbeitsbedingungen in Schattenregionen unseres Wohlstands vergessen wird. «


Kommentiert von: Andreas H. Schneider, 21. September 2001

Es mag jetzt dumm klingen: Deine Analyse, oder wie auch immer man es nennen mag, sie hat mir wieder ein wenig meinen Seelenfrieden zurückgegeben, den ich seit dem 11.09. verloren habe.

Es ist diese verdammte Gratwanderung zwischen Selbstkritik und Betroffenheit, die Du hier zum Ausdruck bringst. Die Gratwanderung zwischen Wut, zwischen Trauer, zwischen Hoffnungslosigkeit und Hoffnung. Ich danke Dir dafür.


Kommentiert von: Alexander Luxat, 15. Oktober 2001

"...Bei allen notwendigen Versuchen zu verstehen (nur so kommt man den Drahtzieher auf die Schliche und den Umständen, die ihnen auch noch Sympathien einbringen) - letztlich bleibt die kalte Wut über die Arroganz, mit der Menschen anderen Menschen das Leben nehmen."

Dieser Satz bringt es auf den Punkt: Es geht um Verständnis.

Das Problem besteht in der Ordnung des vermeintlichen Wissens oder der "Fakten".
Ohne diese beruhigende Ordnung - das Verständnis - bleiben einem nur die Emotionen.

Das mediale Ereignis wurde teils als reiner Emotionsträger mißbraucht. Diese Bilder brauchten wirklich nicht musikalisch hinterlegt werden.
Auf diese Weise werden Fakten versubjektiviert und "Meinungen" gebildet.

Es wird vielen Menschen so die Gelegenheit genommen, sich mit diesen (2. Hand-) Erlebnissen auseinanderzusetzen um auf Aspekte wie Motive, gesellschaftliche Hintergründe und Ziele der Terroristen überhaupt aufmerksam zu werden.

Ich bin sehr beeindruckt von diesem Artikel, da er mir neue Denkansätze geliefert hat. (Es ist leider selten genug, einen Artikel ohne infantilen anti-amerikanischen Grundtenor zu finden.)


Kommentiert von: Clarice Star, 27. Mai 2002

herr h20, seit ihr artikel erschien sind zwei jahreszeiten vergangen.
sie wurden genutzt.
die usa verkündeten die schuldigen und fanden einige davon ­ überraschung! - auch in unserem land.
die rasterfahndung erfuhr ihre existenzberechtigung.
die öffentlichkeit erfuhr wenig über ihre umsetzung.
wohl hätte sich die empörung auch in grenzen gehalten.
zweck und mittel. mittel und zweck.


nein, herr h2o, nichts ist undenkbar.
nichts IST, das nicht schon gedacht wurde.
vieles jedoch, das nicht umgesetzt wurde. - bisher?


nicht zufällig meinten viele zeugen und fernsehzuschauer kinobilder wiederzuerkennen.
bücher und filme ­ haben sie realität vorweggenommen?
inflation oder umsetzung innerer bilder?


„Die einfachste surrealistischste Handlung besteht darin, mit Revolvern in den Fäusten auf die Straße zu gehen und blindlings soviel wie möglich in die Menge zu schießen. Wer nicht wenigstens einmal im Leben Lust gehabt hat auf diese Weise mit dem derzeit bestehendem System der Erniedrigung aufzuräumen ­ der gehört eindeutig selbst in diese Menge und hat den Wanst ständig in Schußhöhe.“ (André Breton)


wo(hin) tragen sie den ihren, monsieur H2O?


ja, angeblich jubelte die muslimische welt nach erhalt der frohen botschaft.
doch schauen wir genauer hin, erkennen wir, dass es sich um eine kleine gruppe frauen und jungen handelte, gezeigt aus verschiedenen perspektiven, beobachtend angestachelt durch einige umstehende männer.
viele mögen genickt haben in ihren häusern, doch nur die wenigsten haben getanzt auf der strasse.
- - haben sie? genickt? getanzt? waren wir dort? wer von uns hat es gesehen? - -
wir verlassen uns blind auf das auge der welt, die linse der fernsehkamera.


und nein, wir trauern nicht um die tausenden, die in jenen momenten starben, als die flugzeuge in den etagen explodierten. ­ zuviel? zu unvorstellbar?
in die netzhaut unauslöschlich eingebrannt haben sich ein einzelschicksale. - zu wenig? stellvertretend?


ach, ihre angedeutete annahme, dass angehörige der amerikanischen luftabwehr in die pläne involviert gewesen sein könnten... dass eine hochtechnisierte armee schutzlosigkeit bietet hat doch schon matthias rust bewiesen.
kompliziertes besiegt man mit einfachen mitteln, technikglauben mit steinschleudern.


und weshalb bitte stellt für sie diese aktion alles bisher dagewesene in den schatten?
hat das bisher dagewesene nicht nur das pech gehabt, nicht gefilmt zu werden oder am falschen ort stattzufinden?
wie viele kinder sind es doch gleich, die in der minute verhungern, in der sie in ihr frikadellenbrötchen beissen?
ja, herr h2o, auch die bretter, die so mancher vor dem kopf hat, können ihm die welt bedeuten...


by the way... angenommen, sie wären dazu bevollmächtigt gewesen ­ hätten sie die jets zum abschuss freigegeben? einige geopfert um viele zu retten? hätten sie? in kalter wut?
(um ihnen die entscheidung zu erleichtern, setze ich ihnen einen menschen, den sie lieben, in eines der flugzeuge....)
nun? gibt es eine dümmere aktion als das töten?


nach jeder katastophe das gejammer: so etwas darf nie wieder passieren
aber es wird.
noch mehr flugzeuge werden abstürzen.
zum absturz gebracht werden.
in höhere gebäude.
weitere bomben werden explodieren.
auch atomare eines tages.
wir lassen sie.

menschen töten einander.
fügen einander leid zu.
menschen werden getötet.
menschen leiden.


täglichtäglichtäglich!


ob unglückliche umstände oder planvolle absicht: SCHMERZ!


unabwendbar.
unausweichlich.
unvorhergesehen.


was nicht heisst, das nicht alles getan werden sollte, um es zu verhindern.
was nicht heisst, nicht herausfinden zu wollen, was dazu geführt hat, dazu führen wird.


dennoch wird es wieder geschehen.


unbeeindruckt blühen unsere gärten.


denn dies ist der planet auf dem wir leben.


Kommentiert von: h20, 13. Februar 2003

Sie haben ja recht, Clarice.

Es ist nur das Bild, nicht das Ereignis, das man nicht vergisst.
Die Frage, wie ich mich entscheiden würde, kann ich Ihnen nicht
beantworten.
Wie man sich entscheidet weiß man erst, wenn man sich entschieden
hat, nicht vorher - also möchte ich mir nicht anmaßen zu behaupten, das eine bloße Absichtserklärung schon mit der Entscheidung selbst identisch wäre.
Wenn Sie wissen wollen, ob ich es in einer solchen Situation für richtig hielte, den Jet abzuschießen? Nein. Aber ich vermag Ihnen nicht zu sagen, ob ich in der konkreten Situation nicht anders entscheiden würde.


Kommentiert von: Helmut Steinhauser, 18. Juli 2005

Ich bin mir sicher, daß nur die Politik der integration und nicht die eiserne Faust eine Anwort sein kann. Die Geschichte bietet mehr als ausreichend Beispiele dafür. Dem Estremismus kann man nur den Wind aus dem Segel nehmen wenn ein Muslim sich an erster Stelle als Brite fühlt und stolz darauf ist. Sich an erster Stelle als Deutscher, Italiener oder Franzose fühlt, sich mit der Kultur indentifiziert, dort wo er aufgewachsen ist, oder entschlossen hat zu leben. Den Falken und Hardlinern kann ich nur vorwefen, daß sie nicht in der Lage sind logische Gedanken zu führen wenn es um Ursache und Wirkung geht. Diesen Artikel zu lesen kann einem noch Hoffnung geben, herzlichen Dank dafür.


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